COVID-19: Standort Frankfurt

Grundlegende Informationen zur derzeitigen Situation

In diesem Abschnitt haben wir häufige Fragen aus der Region hinsichtlich der Verkehrssituation aufgegriffen und informieren über die verschiedenen Maßnahmen, die derzeit am Flughafen getroffen werden.

Mit der stark gesunkenen Zahl an Passagier- und Frachtflügen hat sich das Niveau des Fluglärms drastisch verändert: an den meisten Orten rund um den Flughafen ist es deutlich leiser geworden. Mit dem zunehmenden Flugverkehr wird jedoch auch der Fluglärm wieder ansteigen.

Ob es eine Belastung durch Fluglärm wie zu Zeiten vor der Pandemie geben wird, ist nicht klar, da wir derzeit schwer vorhersagen können, wie sich der Flugverkehr in den nächsten Jahren entwickeln wird. Langfristig rechnen wir allerdings mit einer stabilen Entwicklung der Luftfahrtbranche. Hinsichtlich des derzeitigen Fluglärms haben wir in diesem Abschnitt einige Informationen zusammengetragen.

Bei Fragen zum gesundheitlichen Schutz von Passagieren besuchen Sie bitte die ausführliche Reisehomepage des Flughafens.

Häufige Fragen

Zum einen wurden zu Beginn der Krise viele der Rückkehrer aus verschiedenen Ländern über den Flughafen Frankfurt nach Hause gebracht

Zum anderen steht uns als internationaler Hub eine große Fläche sowie die nötige Infrastruktur zur Verfügung, über die dringend benötigte Waren wie pharmazeutische Produkte umgeschlagen werden können, sodass die Versorgung nicht nur der deutschen, sondern auch der Bevölkerung anderer Länder gesichert ist.

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Ab dem 23. März wurde die Landebahn Nordwest voll gesperrt, damit diese als Stellfläche für nicht benötigte Flugzeuge genutzt werden konnte. Infolge des wieder ansteigenden Verkehrsaufkommens wurde die Nordwestbahn am 8. Juli wieder in Betrieb genommen. Die Nutzung der Piste ist bei ansteigenden Flugbewegungen für die Sicherstellung eines flüssigen, verzögerungsfreien Flugbetriebs notwendig.

Nach der Fertigstellung der Sanierung der Südbahn kann diese seit dem 30. April wieder verwendet werden. Daher werden Starts und Landungen nun vorwiegend über Süd- und Centerbahn durchgeführt.

Startbahn 18 wird derzeit nicht genutzt.

Derzeit sind gewisse Abweichungen von den bekannten, idealen Flugrouten möglich. Bedingt durch die Nichtnutzung der Startbahn 18 West kommt es nicht nur bei Betriebsrichtung 25 (Westwetterlage) zu einer veränderten Nutzungsintensität der bestehenden Flugrouten. Bei Betriebsrichtung 07 (Ostwetterlage) werden bspw. vermehrt Flüge auf der Abflugstecke 07-S (kurz), bzw. 07-s (lang) durchgeführt.  

In den Ortschaften Dreieich, Langen oder auch in Mörfelden-Walldorf kann es daher zu einer verstärkten Wahrnehmung von Fluglärm kommen.

Flugrouten auf Fra.Map einsehen

 

Diese und andere, ungewohnte Lärmbelastungen erklären sich durch verschiedene Umstände:

  • Zunächst sind Piloten und Fluglotsen im Augenblick mit einer gänzlich anderen Situation konfrontiert, als normalerweise im Luftraum am Frankfurter Flughafen - die geringe Anzahl an Starts und Landungen ermöglicht den Piloten das Ein- bzw. Abdrehen an ungewohnten Punkten der Flugroute, ohne den übrigen Flugverkehr hierdurch zu beeinträchtigen. Die vorgeschriebenen Mindesthöhen für solche Direktfreigaben kürzerer Flugstrecken werden dabei eingehalten.
  • In den Monaten mit besonders geringem Flugverkehrsaufkommen verkehrten hauptsächlich Frachtmaschinen, die zumeist zur Klasse der sog. Heavies gezählt werden - Flugzeuge mit einem sehr hohen Startgewicht. Diese Flugzeuge benötigen bei einer vollen Beladung mehr Zeit, um auf die Reiseflughöhe zu gelangen.
  • Im Gegensatz dazu können Passagierflüge, die mit nur wenigen Passagieren fliegen, wesentlich schneller auf  Reisehöhe aufsteigen und damit auch an früheren Punkten nach Freigabe durch die Flugsicherung ein- und abdrehen.

Durch diese Faktoren ergeben sich häufig vom gewohnten Flugverkehr abweichende Flugverläufe, die sich allerdings stets im Rahmen der gesetzlichen und flugbetrieblichen Regelungen bewegen. Dies bedeutet auch eine gewisse Verlagerung des Fluglärms, die aber mit der erwarteten Zunahme des Flugverkehrs rückläufig sein wird.

Kurzum: Nein, das Nachtflugverbot bleibt bestehen. Die seit Oktober 2011 geltenden Nachtflugregelungent sehen Ausnahmeregelungen für Versorgungs-, Evakuierungs- und medizinische Hilfsflüge vor.

Aufgrund ihrer Dringlichkeit und des öffentlichen Interesses an einer zügigen Abfertigung wurden verstärkt derartige Flüge auch in der Kernzeit der Nacht von 23 bis 05 Uhr durchgeführt.

Das HMWEVW wendet bei der Beurteilung, wann ein Flug im öffentlichen Interesse ist und warum dieser nicht außerhalb der Kernnacht erfolgen kann, strenge Maßstäbe an. Mit der Entspannung der Krisensituation in vielen Ländern geht seit Juni 2020 auch eine Erholung der  Verkehrskapazitäten und Versorgungsengpässe einher. Der Bedarf für die seit Mitte März am Frankfurter Flughafen vereinzelt notwendig gewordenen, zusätzlichen Nachtflüge ist im Juni 2020 entsprechend stark gesunken.

Die stark eingeschränkte Zahl von Flugbewegungen führt derzeit generell zu einem wesentlich niedrigerem Lärmniveau als vor Corona. 

Allerdings kann es durch die  Verteilung der startenden und landenden Maschinen auf die vorübergehend reduzierte Anzahl von Start- und Landebahnen im Bereich einzelner Flugrouten zu einer Fluglärmbelastung kommen, die sich nur wenig von der vor Corona dokumentierten Belastung unterscheidet. Dem stehen Gebiete gegenüber, in denen die Fluglärmbelastung aktuell drastisch reduziert ist. Diese lokalen Differenzen werden sich mit dem erwarteten Wiederansteigen des Verkehrsaufkommens abschwächen. 

Die im April durchgeführten Sanierungsarbeiten der südlichen Start- und Landebahn (07R/25L) des Frankfurter Flughafens wurden erfolgreich abgeschlossen. Die Wiederinbetriebnahme erfolgte am 30. April.

Diese durch die aktuelle Luftverkehrssituation in solchem Umfang mögliche Maßnahme trägt u.a. dazu bei, Bahnsperrungen sowie daraus resultierende Lärmverlagerungen und Kapazitätsengpässe in verkehrsreicheren Zeiten zu vermeiden.

Diese Frage ist zum aktuellen Zeitpunkt sehr schwierig zu beantworten. Durch die Unsicherheiten, die diese Krise mit sich bringt, wissen weder die Airlines, noch wir als Flughafenbetreiber, wie sich der Flugverkehr in den kommenden Jahren entwickeln wird. Daher können wir lediglich mit einem langfristigen Anstieg und damit auch der Fluglärmbelastung rechnen.

Nach unserer Kenntnis gehen viele Fluggesellschaften davon aus, dass sie auch nach überwundener Krise eine verkleinerte Flotte betreiben werden. Außer Dienst gestellt werden sollen dabei in erster Linie solche Maschinen, die das Ende ihrer wirtschaftlichen Betriebszeit erreicht haben, also ältere und damit tendenziell lautere Flugzeuge. Außerdem zeichnet sich ab, dass drei- und vierstrahlige Langstreckenmaschinen schneller ausgemustert werden als ohnehin geplant, da diese im Betrieb teurer sind als zweistrahlige Maschinen.

Da letztere nach dem Start eine bessere Steigleistung aufweisen als drei- und vierstrahlige Modelle, verursachen sie im Umfeld der Abflugstrecken i.d.R. geringere Fluglärmbelastungen. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass mit einem Wiederanstieg des Flugverkehrs auf das Niveau vor der Pandemie die Fluglärmbelastung nicht auf das gleiche Maß zurückkehren wird.

Uns ist bewusst, dass die derzeitige, einmalige Situation auf der einen Seite zuvor betroffene Bürgerinnen und Bürger entlastet, auf der anderen Seite eine zusätzliche Lärmbelastung für diejenigen bedeuten kann, die in der Nähe der Flugrouten leben. Gerade Frachtmaschinen, die bis Juni 2020 auch während der Nacht dringend benötigte Güter transportierten, konnten zu einem als erhöht wahrgenommenen Fluglärm führen.

Daher werden wir kontinuierlich Informationen veröffentlichen, sofern es Neuerungen hinsichtlich der Flugpläne, genutzer Routen o.ä. geben sollte. Sofern Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich gern an unseren Nachbarschaftsdialog.

In der aktuellen Lage prüfen wir Kosten und Investitionen sehr genau und halten gerade deshalb am Bau des neuen Terminal 3 fest.

Wir sind davon überzeugt, dass es nach der Krise ein langfristiges Wachstum in der Branche geben wird. Da ein Terminal mit Aussicht auf die kommenden Jahrzehnte errichtet wird, wäre es aus technischer und auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll, das Projekt zu stoppen - dies würde enorme zusätzliche Kosten verursachen und massive technische und bauliche Risiken nach sich ziehen.

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben auch Auswirkungen auf die Luftqualität. Während Ende März die reduzierten Straßenverkehrszahlen von ca. 40-50 Prozent in den hessischen Großstädten zu einer mittleren Abnahme der Stickoxid-Konzentration von etwa 40 Prozent an verkehrsreichen Standorten geführt haben, macht sich die Abnahme der Flugbewegungen am Flughafen Frankfurt beim Ultrafeinstaub bemerkbar. Jüngste Auswertungen des HLNUG zeigen, dass bei etwa ein Fünftel der sonst üblichen Flugbewegungen an der Luftmessstation Raunheim unter Windverhältnissen im Einflussbereich des Flugbetriebs ca. 40 Prozent niedrigere Konzentrationen an ultrafeinen Partikeln als in Zeiten vor der Pandemie bei gleichen Windbedingungen gemessen wurden.

Die Pandemie hat zwar allgemein zu einer Reduktion der Belastung von ausgewählten Luftschadstoffen geführt, jedoch scheinen die Auswirkungen von Covid-19 im Einzelnen sehr komplex zu sein und sind für jeden einzelnen Schadstoff unterschiedlich ausgeprägt.

Für die Messungen und Auswertungen der verschiedenen Luftschadstoffkomponenten bedarf es fachlicher Kompetenz. Am Frankfurter Flughafen und Umgebung werden die Messungen von der Fachbehörde HLNUG (Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie) durchgeführt.

Für genauere Aussagen sind noch weitere Analysen des HLNUG unter Einbezug der Meteorologie und unter Betrachtung der Emissionsreduzierung der einzelnen Quellen erforderlich.