FRAPORT-POLITIKBRIEF

Dr. Stefan Schulte
Dr. Stefan Schulte

Vorsitzender des Vorstands der Fraport AG

Sehr geehrte Damen und Herren,

die vergangenen Tage markieren einen Moment, der für unseren Standort in besonderer Weise herausragt. Mit der feierlichen Eröffnung von Terminal 3 hat ein Projekt seinen Abschluss gefunden, auf das viele Jahre hingearbeitet wurde. Für uns alle ist das weit mehr als die Fertigstellung eines Bauwerks – es ist ein Meilenstein, der zeigt, was möglich ist, wenn Planung, Ausdauer und gemeinsames Engagement zusammenkommen – und es ist ein Meilenstein für die künftige Wettbewerbsfähigkeit und damit für die Zukunft des Frankfurter Flughafens.

Die Eröffnung selbst war ein besonderer Moment, der die Bedeutung dieses Projekts eindrucksvoll sichtbar gemacht hat. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben diesen Schritt begleitet und eingeordnet. Unser Dank gilt allen, die diesen Weg möglich gemacht haben – den Kolleginnen und Kollegen, unseren Partnern und den vielen Beteiligten, die über Jahre hinweg mit großem Engagement auf dieses Ziel hingearbeitet haben. Einige Eindrücke der letzten Tage möchten wir mit diesem Politikbrief mit Ihnen teilen.

Mit der ersten Landung am folgenden Morgen hat der operative Betrieb im neuen Terminal sichtbar begonnen und diesem Meilenstein eine zusätzliche, greifbare Dimension gegeben. Gleichzeitig ist klar: Der operative Betrieb beginnt nicht abrupt, sondern entwickelt sich schrittweise. Die insgesamt über 50 Fluggesellschaften werden jetzt in vier „Wellen“ bis Anfang Juni ins Terminal 3 umziehen.

Mit Terminal 3 stärken wir nicht nur unsere eigene Leistungsfähigkeit, sondern setzen auch ein Signal über den Standort hinaus: Große Infrastrukturprojekte lassen sich in Deutschland erfolgreich realisieren – verlässlich, im Zeitplan und im Kostenrahmen.

Positiv sind die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung zu bewerten – etwa zur Luftverkehrsteuer und zur PtL-Quote. Sie sind ein wichtiger Schritt, können aber nur ein Anfang sein. Denn der Luftverkehrsstandort Deutschland weist weiterhin erhebliche Wettbewerbsnachteile auf. Zusätzlicher Handlungsdruck entsteht durch die zuletzt deutlich gestiegenen Kerosinkosten infolge des Kriegs im Mittleren Osten. Steigende Ticketpreise drohen, Mobilität für Teile der Bevölkerung spürbar einzuschränken, der Luftverkehrsstandort Deutschland wird ohne Gegenmaßnahmen weiter geschwächt. Vor diesem Hintergrund braucht es jetzt vor allem strukturelle Entlastungen. Kurzfristige Einzelmaßnahmen greifen zu kurz – entscheidend ist, die Branche in dieser Ausnahmesituation von staatlich bedingten Wettbewerbsnachteilen zu entlasten. Positiv hervorzuheben ist der enge Austausch zwischen allen Beteiligten und der Bundesregierung zur Sicherstellung der Kerosinversorgung sowie das klare Bekenntnis zur Versorgungssicherheit.

Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang eine sachliche Einordnung: Flughäfen produzieren keinen Flugkraftstoff. Unsere Aufgabe liegt in der Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur – etwa durch Tanklager und Versorgungssysteme. Produktion und Lieferung erfolgen durch andere Akteure entlang der Lieferkette.

Umso entscheidender ist ein funktionierendes Zusammenspiel aller Beteiligten. Der enge Austausch zwischen Politik und Wirtschaft ist dabei ein zentraler Baustein, um mögliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam zu bewältigen.

Insgesamt zeigt sich: Unser Standort ist leistungsfähig und resilient – sowohl mit Blick auf große Infrastrukturprojekte als auch im Umgang mit aktuellen Herausforderungen. Darauf werden wir weiter aufbauen.

Ihr
Dr. Stefan Schulte

Politikbrief im Rückblick

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Marcel Hamer

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