FRAPORT-POLITIKBRIEF

75 Jahre Flughafenfeuerwehr

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Dr. Stefan Schulte
Dr. Stefan Schulte

Vorsitzender des Vorstands der Fraport AG

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Leserinnen und Leser,

die geopolitische Lage ist von wachsender Unsicherheit geprägt. Internationale Konflikte, hybride Bedrohungen und neue Risiken für kritische Infrastrukturen verstärken den gesellschaftlichen Wunsch nach Schutz und Verlässlichkeit. Gerade im Luftverkehr, der Menschen, Märkte und Regionen weltweit verbindet, wird Sicherheit damit noch stärker zu einer zentralen Voraussetzung für Vertrauen, Mobilität und wirtschaftliche Stabilität.

Mit dem Entry/Exit-System (EES) verfolgt die EU in diesem Kontext ein richtiges und wichtiges Ziel: mehr Sicherheit an den Außengrenzen und perspektivisch modernere, stärker digitalisierte Grenzprozesse. Das unterstützen wir ausdrücklich. Die Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen aber, dass das EES-System der EU nicht hinreichend stabil und performant läuft.

Gerade an einem bedeutenden internationalen Drehkreuz wie Frankfurt hat das unmittelbare Folgen. Wartezeiten von zeitweise zwei Stunden und mehr belasten unsere Passagiere, führen zu verpassten Anschlussflügen und wirken sich auf den gesamten Flughafenbetrieb aus. Alle Partner haben sich in Frankfurt früh und intensiv auf die Einführung des EES vorbereitet. Trotz aller Anstrengungen lassen sich die Auswirkungen auf Passagiere und Flugbetrieb jedoch unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht zufriedenstellend vermeiden.

Für mich ist deshalb klar: Solange die technischen und operativen Voraussetzungen für einen stabilen Regelbetrieb noch nicht gegeben sind, brauchen die Grenzbehörden auch über Ende dieses Jahres hinaus ausreichende Möglichkeiten, in Belastungssituationen flexibel zu reagieren. Gleichzeitig muss die Automatisierung jetzt deutlich schneller vorankommen. Digitale Vorabregistrierung und eine stärkere Nutzung des Easy-Pass-Verfahrens sind entscheidend, damit das EES seinen Anspruch künftig auch im täglichen Betrieb erfüllen kann. 

So konkret uns das EES derzeit beschäftigt, so dauerhaft begleitet uns eine andere Herausforderung: die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland. Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass die staatlich verursachten Standortkosten hierzulande zu hoch sind. Die Folgen werden zunehmend sichtbar. Während sich der Luftverkehr in vielen europäischen Märkten deutlich dynamischer entwickelt, bleibt Deutschland zurück. Das belastet die Entscheidungen der Airlines über Flugzeuge, Strecken und Kapazitäten – und damit letztlich auch die Konnektivität unseres Landes.

Die Senkung der Luftverkehrsteuer war ein wichtiger Schritt. Sie reicht aber nicht aus. Auch bei Luftsicherheits- und Flugsicherungskosten brauchen wir weitere Entlastungen. Wenn Deutschland wieder stärker am Wachstum des europäischen Luftverkehrs teilhaben soll, müssen die Rahmenbedingungen dauerhaft wettbewerbsfähiger werden.

Wir investieren in Frankfurt, entwickeln unsere Infrastruktur weiter und schaffen die Voraussetzungen für künftiges Wachstum. Gleichzeitig brauchen wir politische Rahmenbedingungen, die diesem Anspruch gerecht werden – mit funktionierenden Grenzprozessen, wettbewerbsfähigen Standortkosten und verlässlichen Sicherheitsstrukturen.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre. 

Ihr 
Dr. Stefan Schulte

Politikbrief im Rückblick

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Kontakt

Marcel Hamer

Politische Kommunikation

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Fraport AG UKM-PK 60547 Frankfurt am Main