Archiv Politikbrief Fraport

Newsletter März 2026

Dr. Stefan Schulte
Dr. Stefan Schulte

Vorsitzender des Vorstands der Fraport AG

Sehr geehrte Damen und Herren,

Deutschland und Europa stehen im Luftverkehr an einem entscheidenden Punkt. Die Nachfrage wächst, der Wettbewerb nimmt zu – und gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen. Für ein Land wie Deutschland ist eine starke internationale Anbindung jedoch kein Nice-to-have, sondern ein zentraler Standortfaktor. Der Flughafen Frankfurt spielt dabei als globales Drehkreuz eine Schlüsselrolle.

Ich habe an dieser Stelle bereits mehrfach auf die Problematik der hohen staatlichen Standortkosten hingewiesen – und leider hat sich die Situation bislang nicht grundlegend verbessert. Mit der angekündigten Absenkung der Luftverkehrssteuer ab dem Sommer sowie der bereits erfolgten Abschaffung  der nationalen  PtL-Quote hat die Bundesregierung erste wichtige Maßnahmen ergriffen, für die ich ausdrücklich dankbar bin. Diese Schritte gehen in die richtige Richtung, können aber nur ein Anfang sein. Denn die bestehenden Wettbewerbsnachteile im europäischen Vergleich bestehen weiterhin fort und belasten den Standort nach wie vor. Zusätzliche Belastungen wirken sich weiterhin auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts aus.

Ein Blick auf die europäische Ebene zeigt zugleich, wie eng Regulierung und operative Realität inzwischen miteinander verflochten sind. Die Einführung des Entry/Exit-Systems war ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen Grenzmanagement – die bisherigen Erfahrungen machen aber deutlich: Die Umsetzung läuft alles andere als reibungslos. An mehreren Standorten kommt es zu Verzögerungen und spürbaren Belastungen im Betrieb. In der bevorstehenden Sommerreisezeit verschärft sich diese Situation zusätzlich. Hohe Passagierzahlen treffen auf eine weiterhin uneinheitliche Umsetzung innerhalb Europas. Das birgt konkrete Risiken für stabile Abläufe – gerade an großen Drehkreuzen wie Frankfurt.  Hier braucht es effiziente digitale Systeme quer durch Europa, zwischenzeitlich flexible Lösungen und eine deutlich engere europäische Koordination.  

Umso wichtiger ist der Blick nach vorn: Mit der Inbetriebnahme von Terminal 3 entsteht in Frankfurt moderne Infrastruktur, die Kapazitäten erweitert, Prozesse verbessert und den Standort langfristig stärkt. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf den 23. April 2026 – und auf ein neues Kapitel für das Drehkreuz Frankfurt.

Die zentrale Botschaft dieses Politikbriefs ist klar: Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, verlässliche Prozesse und gezielte Investitionen müssen Hand in Hand gehen. Frankfurt ist bereit, diesen Weg zu gehen. Jetzt kommt es darauf an, die richtigen politischen Weichen zu stellen.

Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten.

Ihr  
Stefan Schulte

Newsletter Oktober 2025

Dr. Stefan Schulte
Dr. Stefan Schulte

Vorsitzender des Vorstands der Fraport AG

Sehr geehrte Damen und Herren,  

es sind bewegte Zeiten für die Luftverkehrsbranche – und zugleich entscheidende. Am Flughafen Frankfurt wird an vielen Stellen der Aufbruch sichtbar, gleichzeitig steigen die politischen und wirtschaftlichen Anforderungen an unseren Standort stetig weiter.

Währenddessen arbeiten wir auf ein ganz besonderes Ereignis hin: Am 22. April 2026 wird das neue Terminal 3 feierlich eröffnet. Nach Abschluss aller behördlichen Abnahmen und der laufenden Vorbereitungen auf den Probebetrieb steht eines der größten Infrastrukturprojekte unserer Unternehmensgeschichte kurz vor seiner Vollendung. Ein wegweisender Termin, der uns mit großer Vorfreude erfüllt!  

In diesem Politikbrief möchten wir Ihnen außerdem den PharmaHub Frankfurt näher vorstellen. Jede Woche werden an unserem Airport rund eine Million pharmazeutische Produkte umgeschlagen. Mit modernster Infrastruktur, zertifizierten Prozessen und einer starken Cargo Community ist Frankfurt ein Rückgrat der weltweiten Gesundheitsversorgung. Damit wir diese Spitzenposition halten können, sind Investitionen ebenso notwendig wie ein verlässlicher politischer Rahmen.

Ein weiteres Thema, das uns aktuell stark beschäftigt, ist die nationale PtL-Quote. Das Bundesumweltministerium hat signalisiert, dass die Quote im Jahr 2026 nicht umgesetzt wird und keine Strafzahlungen erhoben werden. Das ist ein wichtiges Zeichen, ersetzt aber nicht die dringend erforderliche Abschaffung der Norm. Nationale Sonderregeln schaffen keine Planungssicherheit – hier brauchen wir die konsequente und rechtskonforme Anwendung der auf EU-Ebene beschlossenen ReFuelEU-Vorgaben.

Nicht zuletzt haben wir zum Ausbildungsstart 99 Nachwuchskräfte bei Fraport begrüßt. Mit 21 Ausbildungsberufen und Studiengängen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Attraktivität des Standorts.

Diese Beispiele zeigen: Der Flughafen Frankfurt steht gleichermaßen für Innovation, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit. All dies kann nur im engen Schulterschluss mit Politik, Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft gelingen. Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten – für eine starke Luftfahrtbranche, für Hessens Tor zur Welt und einen leistungsfähigen Standort Deutschland.

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und freuen uns auf den Dialog mit Ihnen – zu diesen und vielen weiteren Themen.

Mit freundlichen Grüßen  

Dr. Stefan Schulte  

Vorsitzender des Vorstands der Fraport AG

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Signal aus Berlin  


Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz und nukleare Sicherheit hat nun klargestellt, dass Inverkehrsbringer 2026 die nationale PtL-Quote von 0,5 Prozent nicht erfüllen müssen und auch keine Ausgleichsabgaben erhoben werden. Als Grund räumte das Ministerium ein, dass die deutsche Norm nach aktueller Überprüfung europarechtswidrig ist und bestätigte damit die seit Jahren vertretene Rechtsauffassung der Luftverkehrswirtschaft.

Dieses Signal schafft kurzfristig Entlastung für Airlines und den Standort. Es ersetzt jedoch nicht die notwendige Abschaffung der Norm, die nach aktueller Planung frühestens 2026 erfolgen soll.

Newsletter Juni 2025

Dr. Stefan Schulte
Dr. Stefan Schulte

Vorsitzender des Vorstands der Fraport AG

Sehr geehrte Damen und Herren,

es sind herausfordernde Zeiten für die Luftverkehrsbranche – und zugleich richtungsweisende. Während am Flughafen Frankfurt an vielen Stellen der Aufbruch spürbar ist, steigen die politischen und wirtschaftlichen Anforderungen an unseren Standort stetig weiter.

In diesem Politikbrief richten wir den Blick auf drei zentrale Themen, die aktuell besonders dringlich sind:

Da ist zum einen die zunehmende Belastung des Standorts durch ein immer dichter werdendes Geflecht aus Steuern, Gebühren und nationalen Alleingängen. In unserem Beitrag zeigen wir, warum der Flughafen Frankfurt als internationales Drehkreuz jetzt faire Rahmenbedingungen braucht – und was auf dem Spiel steht, wenn die Wettbewerbsfähigkeit weiter unter Druck gerät.

Zweitens möchten wir Sie über den Baufortschritt bei Terminal 3 informieren. Die Inbetriebnahme ist für kurz nach Ostern 2026 geplant, und schon heute wird sichtbar: Hier entsteht ein zukunftsweisender, leistungsstarker Terminalkomplex, der sowohl betrieblich als auch architektonisch neue Maßstäbe setzt.

Und schließlich: Luftfracht. Frankfurt ist das zentrale Drehkreuz für zeitkritische Güter und global vernetzte Lieferketten. Doch auch hier drohen Wettbewerbsnachteile, wenn politische Entscheidungen nicht bald gegensteuern. Wir unterstützen ausdrücklich die Forderungen des BDL nach besseren Rahmenbedingungen – für eine starke Luftfracht und einen leistungsfähigen Standort Deutschland.

Dabei ist uns bewusst: Nur im engen Schulterschluss mit Politik, Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft lassen sich die großen Aufgaben der kommenden Jahre bewältigen. Ob Dekarbonisierung, Digitalisierung oder Flächenentwicklung – der Flughafen Frankfurt steht bereit, seinen Beitrag zu leisten.

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und freuen uns über den Dialog mit Ihnen – zu diesen und vielen weiteren Themen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Stefan Schulte

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